Lösemittel
Oberbegriffe:
1.Aliphatische Kohlenwasserstoffe
2.Aromatische Kohlenwasserstoffe
3.Chlorierte Kohlenwasserstoffe
4.Aldehyde
5.Alkohole
6.Ketone, Ester
7.Terpene
Hier alle Einzelnamen der verschiedenen Lösemittel aufzuführen ist schlichtweg unmöglich, es gibt eine Unzahl von ihnen. Auch müssen Hersteller von Mitteln wie z. B. Testbenzin oder Nitroverdünner die verwendeten Substanzen und ihre Mischung nicht offen legen.
Am problematischsten sind Lösemittel direkt beim und nach dem Lackieren großer Flächen oder dem Verkleben von Böden. Bei solchen Arbeiten ist Dauerlüften dringend notwendig.
Befürchten Sie, dass Ihr Wohnraum mit Lösemitteln belastet ist und Sie möchten nun eine Raumluftuntersuchung durchführen lassen, so müssen Sie Folgendes bedenken:
Bei Schadstoffuntersuchungen können Sie nur die Summe vorhandener Lösemittel in der Raumluft erfahren, da es über hundert verschiedene Substanzen gibt, die im einzelnen nicht erfassbar sind. D. h. Sie können eventuell nur eine erhöhte Belastung bestätigen, aber es kann Ihnen niemand sagen, wo die Quelle dieser Belastung liegt.
Über die Atemluft gelangen Lösemittel in die Lunge, wo sie resorbiert und mit dem Blut in die einzelnen Organe und Gewebe transportiert werden und ihre Giftwirkung entfalten. Auch eine Aufnahme über die Haut oder die Nahrung ist möglich. Eine Potenzierung der Schädlichkeit durch Kombination verschiedener Stoffe erschwert das Erkennen spezifischer Krankheitsbilder.
Für die Belastungsgrenze gilt zu erst einmal der Geruchstest- kann man Lösemittel riechen, so liegen sie in gesundheitlich bedenklichen Mengen vor. Bei Renovierungsarbeiten sollte man Räume so lange meiden, bis kein Geruch mehr feststellbar ist, da viele Lösemittel sich recht schnell verflüchtigen und mit dem Geruch auch die Gefahr verschwindet. Hier können wir nur allgemeine Beschwerden zusammengefassen:
Meist sind die ersten Anzeichen einer Lösemittelvergiftung ein schmerzender Kopf und Schwindelgefühl.
Hält die Belastung durch Lösemittel an, kann es zu Benommenheit, Müdigkeit und Übelkeit kommen.
Auch Schleimhautreizungen treten auf. Vorsicht bei Hautkontakt mit Lösemitteln, sie können die Hautbarriere durchdringen und gelangen so in die Blutbahn.
Manchmal fühlt man sich nach einer Lösemittelvergiftung auch euphorisch und wie betrunken. Das führt dann u. U. zu einer Bewusstlosigkeit.
Bei einer chronischen Vergiftung mit Lösemitteln werden Nerven und Gehirn schwer geschädigt, auch die inneren Organe können Schaden nehmen.
Ganz selten kann es zu einer Sensibilisierung gegenüber Lösemitteln kommen. Dabei reicht bei entsprechend disponierten Personen bereits eine kurzzeitige sehr hohe Belastung mit Lösemitteldämpfen. In der Folge werden dann bereits kleinste Mengen an Lösemitteln störend wahrgenommen und es treten auch die entsprechenden Symptome auf.
