Kleber
Kleber sind in der Hauptsache aus Klebrohstoffen, Füllstoffen und Weichmachern aufgebaut.
Kleber und Leime gibt es für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche, entscheidend für die Verträglichkeit der Kleber ist allerdings der jeweilige Lösemittel anteil. Allgemein gilt: beim Verarbeiten von Klebern stets gut lüften und nach Möglichkeit „die Nase nicht direkt in den Topf hängen“, d. h. den Kleber etwas weiter weg stellen. Die Gefahr gesundheitlicher Schäden durch Kleber entwickelt sich vor allem beim großflächigen Verarbeiten. Die heute angebotenen wasserlöslichen Kleber kommen mit einem geringen Anteil an Lösemittel aus, sie trocknen dafür allerdings langsamer und einige haften nicht so „bombensicher“.
Alleskleber sind größtenteils aus Lösemitteln aufgebaut, der Klebeanteil besteht aus Kunstharze n, z. B. Epoxidharze und Phenolformaldehydharze. Bei der Anwendung für Lüftung sorgen. Auf Toluol und Xylol (mit Benzol als Verunreinigung) (BTX) als Lösemittel wird heute immer mehr verzichtet. Dies ist auf den Klebern angegeben.
Alleskleber, lösemittelfrei sind wasserlöslich. Sie enthalten keine oder nur geringe Mengen an Lösemitteln, diese werden durch natürliche Klebemittel ersetzt.
Bodenkleber, Dispersonskleber gibt es in recht unterschiedlicher Qualität. Kleber auf Kunstharzbasis können Weichmacher und Reste von Molekülen aus der Herstellung des Kunstharzes enthalten. Auch ein Anteil von leichtflüchtigen Lösemitteln ist möglich. Aus PUR - Klebern können Isocyanate entweichen. Kleber auf Naturlatexbasis können Terpene in großen Mengen enthalten. Problematisch ist vor allem Delta-3-Caren. Dextrin- Leime: werden aus Stärke hergestellt und sind gesundheitlich völlig unbedenklich. Ihre Klebekraft reicht für Papierbasteleien und Büroansprüche.
Dispersionskleber, wässrige: sind weitgehend lösemittelfrei. Sie enthalten als Grundlage Kunstharze und Kautschuk , dazu kommen Weichmacher und natürliche Harze . Sie können in vielen Bereichen lösemittelhaltige Kleber ersetzen. So etwa beim vollflächigen Verkleben von Böden (auch bei PVC- und Kunstfaserböden) und beim Anbringen von schweren Tapeten. Naturkleber enthalten Terpene.
Klebestifte für Papier werden ohne Lösemittel hergestellt, sie sind gesundheitlich unbedenklich. Zur Konservierung werden Ester eingesetzt. (PHB- Ester).
Leim: im Leim sind natürliche Bindemittel, die mit Wasser angerührt eine klebefähige Masse ergeben. Leim ist gesundheitlich unbedenklich.
Gummierstifte für Papier bestehen aus Albuminleimen und sind ebenfalls gesundheitlich unbedenklich. Albuminleime bilden die Gummierung auf Briefmarken und Briefumschlägen.
Polyesterkleber: werden oft in Zwei- Komponentenklebern als bindende Komponente verwendet,
Polyurethankleber (PUR- Kleber): ist ein Kleber für Heimwerker und Bastler. Ausgangsstoff zur Herstellung des Polyurethan s sind Isocyanate , eine gesundheitlich sehr bedenkliche Verbindung.
Sekundenkleber bestehen aus Cyanoacrylat, das nicht nur an sich gesundheitlich bedenklich ist, sondern durch seine enorm schnelle Klebeleistung auch „an falscher Stelle“ Probleme bereitet. Verklebte Haut niemals gewaltsam lösen, sondern sofort mit Wasser spülen, da der Kleber wasserlöslich ist. Dann so schnell wie möglich zum Arzt. Als Lösemittel werden hier eingesetzt: Alkohole und Ketone.
Tapetenkleister gibt es für verschiedene Anwendungen. Der „normale“ Kleister reicht für alle leichten bis mittelschweren Tapeten aus. Zumeist wird er aus Methylzellulose hergestellt. Fragen Sie beim Kauf, ob der von Ihnen gewünschte Kleister frei ist von Pestizide n und Kunstharze n.
Für schwere Tapeten und Strukturtapeten werden spezielle Kleister angeboten. Hier wird die Haftkraft durch Zugabe von Kunstharzen erhöht. Kunstharze können Formaldehyd ausdampfen und sie bilden zwischen Wand und Tapete eine Dampfsperre, durch die das Raumklima verschlechtert wird.
Auch diese Kleister können Pestizide enthalten. Bitte fragen Sie nach, da Pestizide ausdampfen und Ihre Gesundheit schädigen können.
Der Zusatz von Pestiziden soll den Schimmel befall hinter der Tapete verhindern. Durch die Wahl der richtigen Tapete und durch gutes Lüften können Sie Schimmelbefall verhindern, ohne Giftstoffe einzusetzen.
Kleister aus Methylzellulose sind völlig unbedenklich, solange sie keine Zusätze wie Pestizide und Kunstharze enthalten.
Zweikomponentenkleber= Reaktionskleber: bei diesem Klebeverfahren verkleben die Bestandteile auf chemische Weise miteinander, daher werden die Komponenten erst direkt beim Gebrauch zusammengebracht. Sie bestehen aus einem Binder und einem Härter. Der Binder ist ein Kunstharz, der Härter ist meist ein Polymer. Durch die Inhaltsstoffe kann es zu allergischen Rektionen und Reizungen der Schleimhäute kommen.
